Praxis für Logopädie am Ring Stefan Propp Praxis für Logopädie am Ring
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Gesundheitsnachrichten

Reha-Angebote für Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler

Lebenswichtig, nur viel zu wenig genutzt

Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler weist auf die Bedeutung spezieller Reha-Angebote für chronisch herzkranke Jugendliche und Erwachsene hin

„Gerne hätte ich in meiner Jugendzeit schon ein passendes Reha-Angebot für mich gehabt. Dann hätte ich mich sicherlich früher mit meiner chronischen Erkrankung auseinandergesetzt und mir wäre so mancher Besuch in einer Notaufnahme erspart geblieben. Aber Reha-Programme dieser Art gab es – im Gegensatz zu heute - damals leider noch nicht.“ So wie Tobias Biermann, einer von 330.000 Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler in Deutschland, kurz EMAH, dürften es viele Betroffene empfinden. Denn nicht selten müssen Menschen wie Biermann, der als Vorstandsmitglied des Bundesvereins Jugendliche und Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (BV Jemah e.V.) aktives Mitglied im Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) ist, im Verlauf ihres Lebens erneut mittels Herzkathetereingriff oder Operation behandelt werden. Hinzu kommen berufliche und familiäre physische und psychische Belastungen und enorme zusätzliche Belastungen durch die Corona-Pandemie, so dass eine für diese Patientengruppe geeignete Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll ist, um die Patienten zu stabilisieren. „Anhand der Entwicklung bei den EMAH-Patienten ist bekannt, wie wichtig Reha-Angebote dieser Art insbesondere in der Übergangsphase vom Jugendlichen- ins Erwachsenenalter sind. Leider werden diese noch zu wenig genutzt“, betont der Sprecher des ABAHF, Kai Rüenbrink. Informationen rund um das Thema Rehabilitation für Menschen mit angeborenem Herzfehler bietet die Deutsche Herzstiftung in dem Ratgeber „Leben mit angeborenem Herzfehler. Ein Leitfaden“, kostenfrei anzufordern unter www.herzstiftung.de/emah-ratgeber oder per Tel. 069 955128400 (E-Mail: bestellung@herzstiftung.de).

Tückische Übergangsphase Der Übergang vom Jugendlichen- ins Erwachsenenalter, die sogenannte Transitionsphase, stellt einen unter Umständen besonders belastenden Lebensabschnitt dar. Die jungen Erwachsenen müssen nach Jahren einer meist von den Eltern begleiteten kinderkardiologischen Versorgung lernen, die Verantwortung für ihre chronische Erkrankung selbst zu übernehmen und eigenständig ihre regelmäßigen Kontrolltermine zu organisieren und umzusetzen. Nicht selten sind die jungen Patienten damit überfordert, verdrängen ihre Erkrankung mit zum Teil dramatischen Folgen. Erst bei ernsthaften gesundheitlichen Einschränkungen findet diese Patientengruppe wieder den Weg zu ihrem EMAH-Spezialisten – nicht selten zu spät mit schwerwiegenden, gar lebensbedrohlichen Komplikationen.

Geschützter Rahmen erlaubt es, Grenzen auszuprobieren Für Erwachsene über 28 Jahren stehen leider nur wenige qualifizierte Rehabilitationsplätze in Deutschland zur Verfügung. Im Gegensatz dazu werden die vorhandenen Angebote für Jugendliche nur unzureichend angenommen, teils aus Unwissenheit, teils wird die eigene Erkrankung nicht gerne in den Vordergrund gestellt. „Aus diesem Grund möchten wir als Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler anlässlich des Tages des herzkranken Kindes auf die Bedeutung dieses Therapiekonzeptes aufmerksam machen“, betont ABAHF-Sprecher Rüenbrink.
„Unsere Patienten sind dabei außerordentlich dankbar, dass sie in der Reha ihre Grenzen erlernen und erleben können und sind damit sehr gut gewappnet, nach der Reha wieder gestärkt und motivierter denn je am sozialen und beruflichen Leben trotz meist palliativer Situation teilzunehmen“, unterstützt Dr. med. Philipp Bludau, Ärztlicher Leiter und Chefarzt der Kinderkardiologie in der Nachsorgeklinik Tannheim gGmbH die Initiative des ABAHF. Wünschenswert wäre, dass möglichst viele Betroffene dieses wertvolle Angebot für sich nutzen, um damit eigenverantwortlich ein Fundament für ihre psychische und physische Gesundheitsentwicklung/Gesundheit in der Zukunft zu setzen.

Das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler (ABAHF) Um in der Öffentlichkeit mit einer Stimme für eine bessere Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern und deren Familien einzutreten und ihnen noch effektiver zu helfen, haben sich 2014 auf Initiative der Deutschen Herzstiftung e. V. sechs bundesweit tätige Patientenorganisationen zum „Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler“ (https://www.abahf.de/) zusammengeschlossen. Die Organisationen sind: Bundesverband Herzkranke Kinder e.V., Bundesvereinigung Jemah e.V., Fontanherzen e.V., Herzkind e.V., Interessengemeinschaft Das Herzkranke Kind e.V. und die Kinderherzstiftung der Deutschen Herzstiftung e.V.
Etwa 8.500 Neugeborene mit angeborenem Herzfehler kommen in Deutschland jährlich zur Welt. Heute erreichen rund 90 % dieser Kinder dank der Fortschritte der Kinderherzchirurgie und Kinderkardiologie das Erwachsenenalter. Die Zahl der Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) in Deutschland wird auf 330.000 geschätzt.

Ratgeber für EMAH Informationen rund um das Thema Rehabilitation für Menschen mit angeborenem Herzfehler bietet die Deutsche Herzstiftung in dem Ratgeber „Leben mit angeborenem Herzfehler. Ein Leitfaden“, kostenfrei anzufordern unter Tel. 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder www.herzstiftung.de/emah-ratgeber


So läuft es rund

Mit diesen Tipps wird Joggen nicht zum Hürdenlauf

Endlich werden die Tage wieder länger und das Wetter besser. So macht Bewegung an der frischen Luft gleich mehr Spaß und die Motivation steigt. Laufsport gehört seit Jahren zu den beliebtesten Sportarten und hat sich besonders in diesen Zeiten durchgesetzt. Damit das Joggen zu einer durchweg positiven Trainingseinheit wird, bietet die Aktion Gesunder Rücken e. V. Ihnen Tipps, die Rückenschmerzen beim Laufen aus dem Weg räumen und für mehr Laufkomfort sorgen.

Mit dem Joggen werden viele positive Assoziationen verbunden: Gesundheit, Fitness, Disziplin und vieles mehr. Doch in welcher Form wirkt sich Joggen auch positiv auf Ihre Rückengesundheit aus? Joggen bietet eine Vielzahl an positiven Vorzügen: Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt, Stresshormone werden abgebaut und das Immunsystem angekurbelt.¹ Um nur einige der vielen Vorteile, die mit dem Laufsport einhergehen zu nennen.

Besonders (Neu-)Einsteiger sollten sich zu Beginn Zeit lassen und die Ziele nicht zu hoch ansetzen. Ausdauerndes Laufen erfordert regelmäßiges Training und vor allem Geduld, denn aller Anfang ist schwer. Um den Bewegungsapparat zu schonen und Verletzungen vorzubeugen, empfiehlt sich ein sanfter Start mit wechselnden Lauf- und Gehpassagen. Nach und nach können Sie dann die Jogging-Abschnitte steigern, sodass sich Ihre Muskeln, Sehnen und Bänder an die neue Belastung gewöhnen. Grundsätzlich gilt, dass Sie stets langsam loslaufen, um den Körper gemächlich aufzuwärmen und Verletzungen vorzubeugen. Nach dem Einlaufen (bei Einsteigern nach etwa 10 Minuten) ist es wichtig, dass Sie Ihr eigenes Tempo finden, welches natürlich auch immer mit der individuellen Fitness zu tun hat. Für ein bisschen Abwechslung und langfristige Leistungssteigerung sorgen zwischenzeitliche Tempowechsel. Grundsätzlich gilt: Sie sollten sich in jedem Falle immer mit dem jeweiligen Lauftempo wohlfühlen. Und an mindestens zwei Tagen pro Woche gönnen Sie Ihrem Körper Ruhe, um sich zu generieren.

Die Körpermitte stärken

Beim oder nach dem Joggen kann es besonders bei Unerfahrenen nicht selten zu Rückenschmerzen kommen. Eine der häufigsten Ursachen dafür ist die Verlagerung ins Hohlkreuz. Dabei kippt das Becken nach vorne und die untere Wirbelsäule kommt in eine ungewohnt starke Vorwölbung - so sind Schmerzen und Verspannungen schnell vorprogrammiert. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass Sie Ihre Rumpfmuskulatur langfristig stärken, denn diese fungiert als Gegenspieler zur Rückenmuskulatur, stützt den Rücken und sorgt für die nötige Stabilisation. Damit die Körpermitte diese Aufgabe bewältigen kann, sind zusätzliche Übungen sinnvoll. Hierzu zählt beispielsweise der Unterarmstütz bzw. Plank. Weitere Übungen für den Alltag sowie Tipps und Tricks finden Sie unter www.agr-ev.de/uebungen.

Der Fußaufsatz

Wenn es um den richtigen Fußaufsatz geht, scheiden sich die Geister. Hier gilt aber wieder: Jeder Mensch läuft anders und den "richtigen" Laufstil gibt es nicht. Wichtig ist nur, dass die Ausführung sauber ist und orthopädische Probleme ausgeschlossen werden. Die Schlagworte Dämpfung, Fersenaufsatz und Abrollverhalten sind hier entscheidend und das A und O des Laufens.

Um hier Gewissheit zu bekommen, kann eine Laufanalyse im Sportfachhandel oder beim Orthopäden helfen. Hier erhalten Sie dann zusätzlich Informationen zum richtigen Schuhwerk, dass keinesfalls zu eng sein sollte, um dem Fuß so Raum zum Arbeiten zu geben. Laufeinlagen, die den Druck gleichmäßig Verteilen und Stöße abfedern, können eine sinnvolle Ergänzung der Ausstattung sein. Haben Sie Ihren Laufstil gefunden, sollten Sie in der Regel auch dabei bleiben und auf ein variables Training achten. Dazu zählen beispielsweise besondere Lauf-ABC-Übungen, wie Skippings, High Knees oder Side Jumps oder auch das Laufen auf abwechslungsreichen Untergründen. Wer die Möglichkeit hat auf Waldwegen durch die Natur zu laufen, findet nicht nur Entspannung in neuer Umgebung, sondern tut auch der Flexibilität von Sehnen und Gelenken durch wechselnde Untergründe etwas Gutes. Aufgrund der unterschiedlichen Reize, die so auf den Körper wirken, werden die stabilisierenden Muskeln stets mit neuen Impulsen angeregt. Die Flexibilität der Sehnen, Körpergefühl und Balance können sich so dauerhaft verbessern.

Eine weitere tolle Eigenschaft der Laufsportart ist die Tatsache, dass dafür kaum Equipment notwendig ist: Lediglich die Kleidung und gute Laufschuhe müssen vorhanden sein. Und dann kann es auch schon losgehen!

Um besonders (Neu-)Einsteigern einen kleinen Überblick zum Thema Joggen zu bieten, finden Sie hier eine Checkliste mit Dingen, die Sie vor und während des Joggens beachten sollten:

-  Das richtige Schuhwerk
-  Aufwärmen
-  Das individuelle Tempo finden
-  Zu intensives Training vermeiden
-  Regelmäßigkeit 


"Jetzt erst recht!"

Die Sporthochschul-Wissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse und Univ.-Prof. Dr. Hans-Georg Predel nehmen eine aktuelle US-Studie zum Anlass, auf die wichtige Rolle von Bewegung, Sport und einer ausgewogenen Ernährung hinzuweisen.

Viele Corona-Infizierte haben auch nach ihrer Erkrankung langanhaltend mit körperlichen und psychischen Beschwerden zu kämpfen. Besser bekannt ist dieses Phänomen unter dem Begriff „Long Covid“. Nun zeigte eine kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienene Studie, dass Infizierte selbst bei milden Krankheitsverläufen noch monatelang ein bis zu 60 Prozent höheres Sterberisiko haben als Personen, die nicht infiziert waren. Welche Faktoren die durch Covid-19 bedingten Langzeitfolgen begünstigen, ist nicht bekannt. Die Autor*innen der Studie ziehen jedoch unter anderem indirekte Effekte der Pandemie in Betracht, etwa Veränderungen im Ernährungs- und Bewegungsverhalten.

Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass die Pandemie einen starken Einfluss auf unser Ernährungsverhalten hat. So hat beispielsweise der Konsum von Alkohol und Süßigkeiten zugenommen und im Gegenzug der Verzehr von Obst und Gemüse abgenommen. Auch lässt sich ein massiver Rückgang an körperlicher und sportlicher Aktivität in der Bevölkerung verzeichnen.

„Wir wissen schon länger, dass gerade die Kombination aus Bewegungsmangel und einer unausgewogenen Ernährung die Entstehung von Krankheiten wie etwa Diabetes begünstigt. Erst diesen Monat wurde im British Journal of Sports Medicine eine Studie veröffentlicht, die den positiven Effekt von regelmäßiger sportlicher Aktivität in Bezug auf eine Corona-Erkrankung unterstreicht. Sie zeigte, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei fitten Personen deutlich reduzierter ist, als bei körperlich inaktiven. Die Erkenntnisse der US-Studie untermauern nun nochmal den hohen gesundheitlichen Stellenwert von Sport und Ernährung, denn sie haben auch das Potenzial Corona-bedingte Langzeitfolgen abzuschwächen“, sagt Professor Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation.

„Wir haben die Schlüssel in der Hand, wir müssen sie nur noch benutzen“, sagt der Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Professor Hans-Georg Predel. Er appelliert daran, nach einer Corona-Infektion nicht passiv auf die vollständige Genesung zu warten, sondern diese durch das eigene Handeln aktiv zu unterstützen, damit die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung möglichst verhindert werden. Die positiven Effekte sportlicher Aktivitäten auf das Immunsystem sind u.a. auch durch Studien an der Deutschen Sporthochschule Köln eindrucksvoll gezeigt worden.

All diese Befunde unterstreichen die Notwendigkeit, einen gesundheitsorientierten Lebensstil in Deutschland mehr als bisher in den Fokus des öffentlichen Interesses zu stellen.

02.06.2021 DGA | Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln